Aus der Krise zur globalen Performance
Das Service- und Ersatzteilgeschäft ist die Goldgrube eines jeden Maschinenbauers. Planbare Umsätze, hohe Margen, enge Kundenbindung. Wer sie nicht nutzt, verschenkt Potenzial. Doch was passiert, wenn dieses eigentlich lukrative Geschäft in Gefahr gerät?
Genau das war die Ausgangslage. Rückläufige Umsätze, ein Controlling, das den Namen nicht verdiente, und eine Serviceorganisation, die aus mehreren Übernahmen zusammengewürfelt worden war. Ehemalige Wettbewerber, die intern weiter gegeneinander kämpften, statt gemeinsam für den Kunden zu arbeiten. Dazu: kein digitaler Vertrieb (Onlineshop), kein systematisches Pricing, keine klare Strategie. Und Kunden, die auf Reklamationsbearbeitung Wochen und länger warteten.
Der erste Schritt war Klarheit, strategisch und organisatorisch. Zwei abgestimmte Strategien wurden entwickelt: eine für die digitale Transformation auf Unternehmensebene, eine für Service Excellence im relevanten Bereich selbst. Denn ohne klare Richtung läuft jede Maßnahme ins Leere.
Dann folgten die Menschen. Der gesamte Bereich wurde reorganisiert, fünf Abteilungen neu aufgestellt und mit den richtigen Führungskräften besetzt. Mit Führungskräften, die nicht nur fachlich überzeugten, sondern wirklich führen konnten. Auch eine ungeeignete Führungskraft wurde dabei wertschätzend zum Experten entwickelt. Ein Schachzug, der nach anfänglicher Skepsis bei allen Beteiligten sehr gut funktionierte.
Die zersplitterten Serviceorganisationen wurden aktiv vernetzt in Asien, Europa, Afrika sowie Nord- und Südamerika. Aus internen Konkurrenten wurden Partner. Erstmals gab es ein globales Echtzeit-Cockpit mit allen wichtigen KPIs. Vorstand und Direktoren aus anderen Business Units hatten so jederzeit den vollen Überblick.
Für größtmögliche Kundenzufriedenheit und -bindung wurde ein professionelles Customer Care Center aufgebaut, Abteilungen integriert, der Reklamationsprozess vollständig digitalisiert. Die Durchlaufzeit sank von Wochen auf wenige Tage. Parallel dazu wurde der Service global ausgebaut: Wartungsverträge schufen planbare, wiederkehrende Umsätze. Augmented Support ermöglichte es 3rd Level Experten, Servicetechnikern und Kunden weltweit in Echtzeit zu helfen.
Im Ersatzteilgeschäft wurde zunächst die Basis geschaffen: Stammdaten bereinigt, ein dynamisches Pricing für über 60.000 Teile eingeführt und eine E-Commerce-Lösung implementiert.
Das Ergebnis: Ein Geschäftsfeld, das in der Krise nicht nur standhielt, sondern wuchs. 35 Mio. EUR Umsatz im Ersatzteilgeschäft, messbar gesteigerte Margen, kürzere Reaktionszeiten und eine Serviceorganisation, die weltweit als Einheit funktioniert.